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Zucht

Schafe und Ziegen pflegen seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden die Landschaften in Mitteleuropa. Viele der ehemals bei uns regional entstandenen und an die jeweilige Landschaft angepassten Nutztierrassen sind inzwischen jedoch selten geworden. Teils liegt das daran, dass sich die Landnutzung verändert hat, teils auch daran, dass die Selbstversorgung und der Zuerwerb in ländlichen Gebieten durch die Haltung kleiner Wiederkäuer wie Schaf und Ziege stark zurück gegangen ist.

 

Durch unsere Arbeit mit den Tieren wollen wir nicht nur unserer Heimatlandschaft etwas gutes tun, indem wir zu ihrer Pflege und Entwicklung beitragen, sondern auch die einzelnen Nutztierrassen durch Erhaltungszucht und rassetypischer Nutzung vor dem Verschwinden bewahren.

 

Da wir an Ziege und Schaf die Mehrfachnutzung (Wolle, Fleisch, Milch und Landschaftspflege) schätzen, züchten wir zwei Schafrassen im Herdbuch und züchten zudem Kaschmirziegen (ohne Herdbuch).

 

Coburger Fuchsschaf (COF)

Das Coburger Fuchsschaf ist eine in den Mittelgebirgsregionen entstandene alte Landschafrasse, die – aus den Restbeständen ehemaliger Regionalschläge zusammengefasst – seit 1966 von der DLG als Rasse anerkannt ist. Es ist ein mittelgroßes Schaf mit edlem, schmalen Kopf und einer einmaligen Färbung: der kurzbehaarte, hornlose Kopf sowie die Beine sind rotbraun, das Vlies erwachsener Tiere hellgold bis dunkelgold mit deutlichem Glanz, das der Lämmer dunkel rotbraun („fuchsfarben“) gefärbt. Böcke können eine Mähne aufweisen; manche Tiere haben einen dunkleren Aalstrich.

 

Die Schafe zeigen eine überwiegend lang abwachsende Schlichtwolle mit einer Feinheit von 33 – 36 Mikron, die sich hervorragend zum Spinnen und Filzen eignet.

 

Das Gewicht der Mutterschafe liegt bei 60 – 85kg, Böcke wiegen 85 – 100kg, Jährlingsschafe 45 – 65kg und Jährlingsböcke 60 – 85kg. Da unsere Lämmer nicht gemästet werden, erreichen sie die rassemögliche tägliche Zunahme von bis zu 300g auch nicht, sondern wachsen langsamer. Der Wollertrag liegt bei Alttieren bei 3 – 5kg pro Jahr.

 

Coburger Fuchsschafe haben eine lange Brunstsaison. Bei unserer Herde werden die Lämmer im Frühjahr auf der Koppel geboren und die jungen Schafe erst in ihrem zweiten Lebensjahr zur Zucht herangezogen.

 

Zuchtziel bei den Coburger Fuchsschafen ist ein widerstandsfähiges, genügsames Landschaf mit besonderer Eignung zur Koppel- und Hütehaltung in Mittelgebirgslagen. Regionale Rasseschläge sollen erhalten bleiben. Zuchtausschließend sind schwarze Flecken, unerwünscht sind schwarze Stichelhaare.

 

Das Coburger Fuchsschaf steht auf der Vorwarnliste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland. Es wird v.a. im Süddeutschen Raum (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen) sowie in Niedersachsen gehalten.

 

Gotländisches Pelzschaf (GPS)

Das Gotländische Pelzschaf gehört zu den mischwolligen, nordeuropäischen Kurzschwanzschafen. Es stammt aus Schweden und gilt dort als nicht gefährdet.

 

Die Schafe sind hornlos, haben einen edlen schwarzen, kurzbehaarten Kopf und Beine sowie ein schlichtwolliges Vlies, das sich in verschiedenen Grau- und Blautönen zwischen hellgrau und schwarz bewegen kann. Die einzelnen Wollhaare sind korkenzieherartig gelockt, das Vlies hat einen deutlichen Glanz und die Wolle eignet sich hervorragend zum Spinnen und Filzen. Die Felle der Lämmer und Jährlinge werden auch für die Pelzverarbeitung genutzt.

 

Die Böcke (manchmal mit Mähne) werden 80 – 90kg schwer, die Mutterschafe 60 – 70kg. Ein Alttier bringt zwischen 2 und 4kg Wolle pro Jahr.

Gotländische Pelzschafe sind saisonal brünstig und können bereits im ersten Lebensjahr gedeckt werden. Wir lassen unsere Jungschafe aber etwas mehr Zeit zum Wachsen und nehmen sie erst im zweiten Lebensjahr zur Zucht hinzu.

 

Zuchtziel beim Gotländischen Pelzschaf ist ein mittelgroßes, fruchtbares und langlebiges Landschaf, welches eine Wolle mit viel Glanz, gleichmäßiger Lockung und einheitlicher Färbung über den ganzen Körper aufweist. Kleinere weiße Abzeichen an den Gliedmaßen sind kein Grund zum Zuchtausschluss.